Stand your Ground

Die Castle-Doctrin und der 2nd Amendment.

Die Presse hat es die letzte Woche rauf und runter angeprangert:  

In St. Louis (USA) werden ungefähr 300 Demonstranten der “Black-Live-Matters“ Bewegung (BLM), die zu dem Anwesen des Bürgermeisterin Lyra Krewson unterwegs waren, um dort ihren Rücktritt zu fordern, von dem Ehepaar McCloskey mit Waffen bedroht. So weit – so böse.  

Es kann nicht sein, dass Demonstranten mit Waffen bedroht werden. So was ist böse.. Und gehört bestraft.  

Aber brechen wir mal das ganze Geschehen auf die Fakten runter:  

  1. Die Demonstranten befanden sich zu dem Zeitpunkt, an dem sie von dem Ehepaar Mark and Patricia McCloskey bedroht wurden, auf dem privaten Grund und Boden des Ehepaares.  
  2. Zugang verschafften sich die Demonstranten, indem ein verschlossenes Eisentor aufgebrochen wurde. 
  3. Das Grundstück der McCloskeys ist umzäunt und als privater Grund ausgeschildert.  
  4. Die Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt zum Abendessen auf der Terrasse ihres Anwesens.  
  5. Die Demonstranten riefen der Familie zu, dass sie diese töten, den Hund umbringen und das Haus niederbrennen würden.  *

* Diese Infos kann jeder, der einen VPN-Tunnel nutzt, auf einschlägigen Nachrichtenseiten in den USA recherchieren.

Gleichzeitig muss man auch einen Blick auf die aktuelle Situation in den USA blicken. In Folge der tödlich verlaufenen Festnahme von George Floyd brachen mal wieder Rassenkonflikte auf, die sich in zum Teil gewalttätige Proteste ergingen. Die Folge: Die Polizei muss diese gewalttätigen Proteste unter Kontrolle bringen*. Dadurch haben Kriminelle dann freie Bahn und plündern dann alles, was sich irgendwie abtransportieren lässt. Die Notrufzentralen sind überlastet und können einfach keine Polizei zu den Plünderungen schicken.

* Was man auch aus Deutschland von Demos einer bestimmten Gruppierung, die zusätzlich politisch hofiert wird, kennt.

In St. Louis gab es in Folge der BLM-Proteste auch Plünderungen, bei denen u.a. am 02.06.2020 der ehem. Polizeichef David Dorn (77†) vor einem Pfandleihhaus erschossen wurde und dieser anschließend geplündert wurde.
Looters Murder Retired St. Louis Police Captain at City Pawnshop – Then Loot the Store

Vor diesem Hintergrund sieht sich also das Ehepaar auf seinem eigenen Grundstück plötzlich einem wütenden Mob gegenüber, der Drohungen gegen ihr  Leib, Leben und Eigentum ausspricht und kann nicht auf baldige Hilfe durch die Polizei hoffen.  

Die McCloskeys machten das, was ihnen der zweite Verfassungszusatz und die “Stand-your-ground”-Doktrin erlaubt. Letztere gibt es auch hier Deutschland, wird allerdings mit der Formel “Recht-muss-nicht-dem-Unrecht-weichen” umschrieben. Sie holen ihre Schusswaffen aus dem Haus, stellen sich den Eindringlingen in den Weg und fordern diese auf das Gelände wieder zu verlassen. Die Situation war emotional von beiden Seiten aufgeladen, aber es fiel nicht ein einziger Schuss. Die Situation löste sich schließlich friedlich auf.  

Die Polizei hat den Vorfall geprüft. Die McCloskeys erwarten keine Anzeigen, dafür aber laufen Ermittlungen gegen einige der Eindringlinge wegen Einbruch und Einschüchterung.  

Was bleibt ist ein medialer Shitstorm gegen die McCloskeys gepaart mit der erneuten Forderung nach strengeren Waffengesetzen in den USA.  

Aber was würde ein strenges Waffenrecht in so einem Fall verhindern? Was würde es begünstigen?  

Aber niemand spricht über diese Bilder:

Quelle: CBS Los Angeles
Die Inhaber verteidigen ihre Geschäfte mit Schusswaffen gegen Plünderer. Und keinen stört es. Und das in Kalifornien, dem Bundesstaat mit dem strengsten Waffengesetz der USA (sogar strenger als das deutsche Waffengesetz).